Wasserritual in Berlin

Eric ist traurig.
Er darf sich verabschieden.
Aber wie?

Die Welt ändert sich.
Er hat sich schon Mäntel genäht.
Und Worte gefunden für sich.
Für den Übergang.

Dafür, dass er sich von Altem,
von Wohlbekanntem verabschieden darf.

Um die Leere – die Stille des Übergangs willkommen zu heißen.

Sein Bauch sagt ihm,
da braucht es noch etwas,
für ihn, für den Ort,
für das Leben,
um Abschied zu nehmen,
um wirklich loslassen zu können.
Um das Leben lassen zu können.

Gut, dass er jemanden kennt, der jemanden kennt und den auch fragt…
So darf ich Erik in seinem Übergang begleiten.
Wir entwickeln gemeinsam ein Ritual des Dankes und des Abschieds.

Ein Wasserritual.
Er ist dabei.
Ganz nah.
So wie er es wollte.

Wir danken dem Ort und den Menschen.
Wir übergeben die Robben, die Eric und seine Kunst ernährt haben, den Wassern der Spree.
Wir reinigen den Ort und segnen ihn, so dass dort Neues wachsen kann.
Zum höchsten Wohle aller Wesen.

Eric freut sich.
Er ist tief bewegt.
So berührt.
Sein Bauch darf jetzt erst mal seinem Kopf erzählen, was da alles so passiert ist.

Jetzt kann er offen und gespannt darauf sein, wie sich das Leben entfaltet.
Sein Leben.
Das Leben der Künstler in Berlin.
Und das Leben dieser Stadt.

Text: Katrin Lippmann
Bild unbekannt.