Wasserritual in Berlin

Eric ist traurig.
Er darf sich verabschieden.
Aber wie?

Die Welt ändert sich.
Er hat sich schon Mäntel genäht.
Und Worte gefunden für sich.
Für den Übergang.

Dafür, dass er sich von Altem,
von Wohlbekanntem verabschieden darf.

Um die Leere – die Stille des Übergangs willkommen zu heißen.

Sein Bauch sagt ihm,
da braucht es noch etwas,
für ihn, für den Ort,
für das Leben,
um Abschied zu nehmen,
um wirklich loslassen zu können.
Um das Leben lassen zu können.

Gut, dass er jemanden kennt, der jemanden kennt und den auch fragt…
So darf ich Erik in seinem Übergang begleiten.
Wir entwickeln gemeinsam ein Ritual des Dankes und des Abschieds.

Ein Wasserritual.
Er ist dabei.
Ganz nah.
So wie er es wollte.

Wir danken dem Ort und den Menschen.
Wir übergeben die Robben, die Eric und seine Kunst ernährt haben, den Wassern der Spree.
Wir reinigen den Ort und segnen ihn, so dass dort Neues wachsen kann.
Zum höchsten Wohle aller Wesen.

Eric freut sich.
Er ist tief bewegt.
So berührt.
Sein Bauch darf jetzt erst mal seinem Kopf erzählen, was da alles so passiert ist.

Jetzt kann er offen und gespannt darauf sein, wie sich das Leben entfaltet.
Sein Leben.
Das Leben der Künstler in Berlin.
Und das Leben dieser Stadt.

Text: Katrin Lippmann
Bild unbekannt.

Das Vögelchen

Für mein Kind

„Er ist so tief verschüttet unter so viel Kram
– so tief eingefroren –
– so unaussprechlich, untrennbar –
so sehr schon ein Teil von mir,
dass es so schwer ist ihn aufzulösen…

Vielleicht möchte er erlöst – verwandelt werden.
Vielleicht möchte er Spielraum bekommen,
Luft zum atmen um die Flügel aufzuspannen und los zu fliegen.
Frei zu sein zu zwitschern und zu singen
– die Welt von oben zu sehen
– und
auf sie zu scheißen.

Vielleicht auch irgendwann ein Ei legen.
Vielleicht irgendwann einen anderen Vogel sehen
und gemeinsam ein kleines Vögelchen großziehen…

Zu erst mal wird es sich selber aus dem Ei pellen,
die gefrorenen Flügel spreizen
und sich die letzte Kälte aus dem Gefieder schütteln,
und die Tautropfen abputzen,
dann wird er seine Schwingen ausbreiten und den ersten Flug wagen.

Daneben wird das der Vogel stehen,
welcher es geschafft hat in der Kälte zu fliegen
mit eingefrorenen Flügeln.
Hat man so etwas schon gehört?

Was kann er viel helfen,
er weiß ja nur,
wie man sich mit steifen klammen Flügeln in der Luft hält.
Weil man ja fliegen muss! – als Vogel.

Aber kaum wie es ist zu fliegen, weil es Spaß macht,
die Sonne einen wärmt,
der Wind mit einem spielt und das Wasser glitzert.

Das kleine Vögelchen wird auch das lernen,
weil es Spaß macht
– und weil es will was es kann und kann was es will.

Und der große Vogel mit dem steifen Flügel wird daneben sitzen,
wird dafür sorgen,
dass genügend Wasser da ist
und genug Brot und Salz
und dass die Katze nicht zu nahekommt.

Er wird die Pirouetten bewundern,
die einfach so entstehen –
Die Vorwärtsrolle begleitet von einem Kichern
und die Achterbahnfahrten der Schwalben.
Manchmal wird ihm schon vom Zuschauen schlecht werden…

Und vielleicht – wenn das Vögelchen größer ist –
Wird er auch manchmal mitfliegen.
– Weil es Spaß macht und so spaßig aussieht.
Die Wärme des Vögelchens wird auch seine Flügel wieder lebendig machen.

Mit lebendigen Flügeln werden manche – schwere – Flugarten nicht mehr passen.
Dafür werden im Spiel – mit dem kleinen Vögelchen –
Leichte Schrauben und grazile Flügelschläge entstehen…

Die, die nur auf das Äußere gucken, werden ihn kaum noch erkennen.
„Er fliegt so anders“, werden sie sagen.
„Seine Stimme klingt so klar und lebendig.“
„Ist er das überhaupt?“

Doch die, die mit dem Herzen hören,
die, die das Leben fühlen,
die werden die neue Lebendigkeit spüren und sich freuen.

Sie werden ihre Stimme erheben und gemeinsam singen
das Lied des Lebens
das Lied des des Todes
das Lied des Werdens und Vergehens
das Lied des Lebens und des Lichts.“

© Katrin Lippmann 01.05.16

Mit lichtvollen Grüßen für dich zum Heiligen Abend,

Von Herzen Katrin – die Feuerfrau

Adventskalender

Foto: Katrin Lippmann

Ich schenke dir einen Adventskalender aus GedankenPerlen

Gefischt aus den Wassern des Lebens, aufgefädelt und zusammengehalten mit Licht und Liebe.

Er möchte dich gerne ab dem 1. Dezember bis zum Fest des Lichts begleiten und dich in den Fluss bringen und deinen Weg erhellen.

Von Herzen Katrin alias die Feuerfrau

Hier entsteht die Perlenkette. Tag für Tag…

1. Türchen:
„Worte, die mir um die Ohren fliegen!“ von Katrin Lippmann

2. Türchen:
„Sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten“ von Charlie Chaplin

3. Türchen:
„Ziele sind wie starke Magneten.“ von Katrin Lippmann

4. Türchen:
„Sieh dich heute auf deinem täglichen Weg nach einem Baum oder Strauch um!“ Tradition

5. Türchen:
„Die Schöpfung entfaltet sich!“ Irischer Segen

1. Türchen:
„Worte, die mir um die Ohren fliegen!“ von Katrin Lippmann

Die Zwergin von Katrin Lippmann

Liebe Zwergin,
Lieber Zwerg – mit Grüßen an alle sieben Zwerge.
Vielen Dank von Herzen für die Inspiration.
Für das Bild, dass dir Zwergenfrau die Steine um die Ohren fliegen.

Da habe ich festgestellt, dass mir die Worte um die Ohren fliegen.

Mal wild und explosiv,
mal wirbeln sie mir mehr um den Kopf wie Blätter,
mal schweben sie nahezu federleicht.

Sie sind meine Freunde die Worte und Bilder und
Ich bin eine Meisterin,
die mit Ihnen spielt,
sie zu Sätzen spinnt,
aus ihnen Geschichten webt
und Bilder strickt.

Die sie mit ihrer Liebe anschaut,
sich von ihnen berühren lasst
und ihnen ihren Atem einhaucht.

So sind sie lebendig.
Lebendige Wesenheiten.

© Katrin Lippmann
November 2017

2. Türchen:
„Sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten“ von Charlie Chaplin

Das ist das Leben!

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

3. Türchen:
„Ziele sind wie starke Magneten.“ von Katrin Lippmann

Nordstern von Katrin Lippmann

Von Zielen und Nordsternen

Jetzt im Schütze Monat Dezember,
in dem die Nachtkraft am größten ist,
sind die Sterne am kraftvollsten.
Sie leuchten vom klaren Winterhimmel.

So wie der Nordstern den Seefahrern
geben sie uns Orientierung.
Sie richten uns aus auf ein Ziel.

Und Ziele sind wie starke Magneten.
Sie ziehen uns.
Sie bringen uns in Bewegung.

Mit dem Blick auf das Ziel gerichtet
gehen die Alltäglichkeiten leichter von der Hand.

© Katrin Lippmann
3.12.2017

In diesem Sinne verbleibe ich mit herzlichen Grüßen zum ersten Advent und zu diesem wunderschönen Vollmond heute.

Eure Katrin

PS: Liebe Frau Vera F. Birkenbihl, vielen Dank für Ihre Inspiration der Fixsterne.

4. Türchen:
„Sieh dich heute auf deinem täglichen Weg nach einem Baum oder Strauch um!“ Tradition

Kirschzweig von Katrin Lippmann

„Sieh dich heute auf deinem täglichen Weg nach einem Baum oder Strauch um!“

Vielleicht bist du schon viele Male auf deinem Weg an einem Baum oder Strauch vorbeigelaufen. Nimm dir heute mal einen Moment Zeit für euch.

Such dir einen Zweig aus und bitte den Baum ihn dir zu geben, du kannst ihn dann abbrechen oder schneiden. Bedanke dich bei dem Baum und nimm ihn mit nach Haus. Wenn du ihn dort ins Wasser stellst, hast du an Weihnachten eine wunderschöne Blütenpracht bei dir zu hause. Oben auf dem Bild siehst du einen Kirschzweig. Gut geht es auch mit Apfel, Birke, Haselnuss, Rosskastanie, Pflaume, Holunder, Rotdorn oder Forsythie.

„Die Knospen der Bäume sind schon da.
Werden sie mit Liebe geschnitten,
ins Wasser gestellt
und in die Wärme,
dann erblühen sie in tiefster Winternacht.“

© Katrin Lippmann
Dezember 2017

Mit lichtvollen Grüßen

Eure Katrin

5. Türchen
„Die Schöpfung entfaltet sich!“ Irischer Segen

Biotop im Glas © Katrin Lippmann

„Und ob du es merkst oder nicht – ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so, wie sie es soll!“
Irischer Segen

Mit lichtvollen Grüßen

Eure Katrin

PS. Liebe Nandi Motherdrummerin, herzlichen Dank für dieses wunderschöne Zitat, was ich bei dir gefunden habe.