Die Feuerfrau beim Agnihotra Feuerritual

Abends,
kurz bevor die Sonne untergeht
holt sie ihre Feuerschale raus.

Sie freut sich jeden Abend darauf,
diesen besonderen Moment des Sonnenuntergangs zu feiern und
einen Augenblick inne zu halten.

Sie stellt die Feuerschale vor sich auf den Boden –
die Sonne im Rücken
schaut sie dem neuen Tag entgegen.

Jetzt bricht sie etwas Dhoop –
getrockneten Kuhdung, welcher ganz sanft nach Kräutern riecht.
Diese Stück bestreicht sie mit Ghee –
Butter, die sie vorher gekocht hat
und zündet sie an einer Bienenwachskerze an.
Nun schichtet sie die Stücke so in der Schale, dass sie gut brennen.

Sie wartet auf die Singzeit –
den Moment, an dem die Sonne den Horizont berührt.
Ist es soweit, atmet sie aus.
Sie macht sich ganz leer und wird ruhig.
Sie singt.
Das Sonnenuntergangsmantra:

„Agnaye svaha,
agnaye idam na mama;
prajapataye svaha,
prajapataye idam na mama“

Bei jedem „svaha“ gibt sie mit der rechten Hand eine kleine Gabe Reiskörner mit Ghee ins Feuer.

Das Feuer brennt.
Sie sitzt.
Sie atmet.
Sie schaut in das Feuer.
Sie nimmt es in sich auf.
Sie und das Feuer sind verbunden.
Sie ist das Feuer.
Das Feuer ist sie.

Die Energie des Feuers ist viel größer, als die Flamme selbst.
So wie die Wärme sanft ihre Kreise ums Feuer zieht…

Es ist ganz still in ihr.
In diesem Moment ist sie die Feuerfrau.

Text und Bild: Katrin Lippmann

Gerne mache ich für dich ein ganz persönliches Feuerritual.
Bei dir vor Ort oder per Skype.
Melde dich. Ich freue mich auf dich!

Katrin Lippmann
die Feuerfrau

An die Mondenkinder

An die Mondenkinder – oder –
Wie das Agnihotra Feuer zu mir kam.

„Es war einmal vor sehr langer Zeit.
Es könnte erst gestern gewesen sein.
Es war zu der Zeit,
als die Mondin sich in ihrer ganzen Schönheit, Kraft und Wärme zeigte.
Sie spielte gerade mit dem roten Feuerdrachen am Himmelszelt.

In ihrem glänzenden Licht trafen sich die Mondenkinder.
Sie trafen sich hier auf der Erde.
Im Spielen und Singen im Lachen und Weinen zeigten sie sich in ihrer vollen Schönheit.
Sie zeigten sich in der Tiefe ihrer Gefühle.
Sie berührten einander mit ihren Worten, mit ihren Visionen und ihrem gelebten Sein.

Zu dieser Zeit war ich ganz die Mondenfrau – eine Mondenkind – die Tochter der Sanften und Kraftvollen.

Wir spielten das Spiel des Lebens draußen auf der Wiese
Vater Sonne lächelte uns zu
und erstrahlte in Liebe zu seiner Frau der sanften und kraftvollen Mondin.
Der Mutter der Wasser, der Seen, Flüsse und Bäche,
der Mutter der Tränenströme und Freudentränen,
der Mutter der reinigenden Wasser.

Sie nahm sein Licht und seine Liebe dankbar an
und gab sie weiter an all ihre Kinder.

Zu dieser Zeit also war unter den spielenden Kindern noch eine weitere Mondenfrau.
Vielleicht war es der rote Feuerdrache, der sie stupste –
wer kann das sagen.
Auf jeden Fall erkannte sie mich.
Sie sagte, du bist doch die, die die Wasser kennt,
das Auf und Ab der Wellen das Wachsen und Sterben der Mondin,
du trägst es in dir das Feuer,
ich sehe den Phönix,
er putzt sich gerade das Federkleid,
dann breitet er seine Flügel aus
um sich in die Lüfte zu erheben…

Nimm diese Feuerschale –
Von Menschen gemacht
mit heilen Händen und heilen Gedanken.
Nimm diese Feuerschale,
die Kraft von Vater Sonne kennen zu lernen,
zu feiern und in die Welt zu tragen.
Sei eine Hüterin des Feuers.
Sei eine Feuerfrau.
Denn auch du bist eine Tochter der Sonne.

So verliebt sich auch Mutter Mondin
Immer wieder in ihren strahlenden, kraftvollen, impulsiven Mann.

Entzünde ein Feuer zu Ehren von Vater Sonne zu Reinigen die Welt.
Lass sie sterben, auf dass sie neu geboren werde für alle Kinder dieser Erde.
Entzünde ein Feuer jeden Morgen zur Begrüßung von Vater Sonne.
Entzünde ein Feuer jeden Abend zum Abschied von Vater Sonne.“

© Katrin Lippmann 20.11.17

So ist es.
Ich bin die Feuerfrau.
Ich bin eine Tochter der Sonne.
Ich bin ein Mondenkind.

Mit leuchtenden Sonnengrüßen aus der dunkelsten Nacht des Jahres,

Katrin – die Feuerfrau

PS: Jetzt könnt ihr euch auch auf Facebook in der Gruppe Mondenkinder und Feuerfrauen über die GedankenPerlen austauschen.
PPS: Liebe Heike Hild, vielen Dank für dieses zauberschöne Bild. Danke von Herzen, dass deine erste Mondenfrau sich hier zeigt. Lieben Dank von Herzen an Jessica Sommer meine Mondfrau…

Schatztruhen der Elemente

„Vier Elemente, innig gesellt, bilden das Leben, bauen die Welt.“
von Friedrich Schiller

Mich begeistern sie – diese vier.
So kamen die Schatztruhen der Elemente zu mir. Eine davon siehst du oben auf dem Bild.

Sie besteht aus Agnihotra Asche für das Feuer,
Salz mit Rosmarin für die Erde,
Einer Muschel für das Wasser
Und Räucherware für die Luft.

Auf dass sie das Leben gestalten und die Welt bauen…

Mit verspielten Grüßen,

Katrin – die Feuerfrau